Pflegebett kaufen: der ultimative leitfaden für die richtige wahl 2025

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Die Entscheidung für ein Pflegebett ist ein entscheidender Schritt, um die Lebensqualität und die Sicherheit in der häuslichen Pflege zu gewährleisten. Es geht um mehr als nur ein Möbelstück: es ist eine zentrale Unterstützung für Pflegebedürftige und eine enorme Erleichterung für pflegende Angehörige. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, worauf Sie achten müssen, um das passende Modell zu finden.

Wann ist ein pflegebett notwendig und sinnvoll?

Ein spezielles Pflegebett wird dann unerlässlich, wenn ein herkömmliches Bett den Anforderungen der Pflegesituation nicht mehr gerecht wird. Dies ist häufig der Fall bei stark eingeschränkter Mobilität, Bettlägerigkeit oder einem hohen Risiko für Stürze. Wenn die tägliche Körperpflege, das An- und Ausziehen oder das Aufstehen zu einer Herausforderung werden, bietet ein Pflegebett die notwendige funktionale Unterstützung. Es ermöglicht nicht nur eine menschenwürdige und komfortable Lagerung des Patienten, sondern erleichtert auch den Pflegenden die Arbeit erheblich und schont deren Rücken. Die Notwendigkeit wird meist durch einen Arzt oder den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Rahmen der Einstufung in einen Pflegegrad festgestellt.

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Die wichtigsten funktionen eines modernen pflegebettes

Moderne Pflegebetten sind technologische Hilfsmittel, die speziell entwickelt wurden, um den Alltag von Patienten und Pflegekräften zu erleichtern und sicherer zu machen. Ihre Funktionalität geht weit über die eines normalen Bettes hinaus.

Elektrische höhenverstellbarkeit für pflegende und patienten

Die elektrische Höhenverstellbarkeit ist eine der grundlegendsten und wichtigsten Funktionen. Sie erlaubt es, die Liegefläche auf eine für den Pflegenden ergonomische Arbeitshöhe zu bringen, was Rückenschmerzen vorbeugt. Gleichzeitig kann das Bett für den Patienten auf eine sehr niedrige Position gefahren werden, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern und die Sturzgefahr zu minimieren. Die Bedienung erfolgt einfach per Handschalter.

Verstellbare liegefläche für komfort und therapie

Eine mehrteilige, verstellbare Liegefläche ist Standard bei modernen Pflegebetten. Rücken- und Beinteil können unabhängig voneinander elektrisch verstellt werden. Eine aufrechte Sitzposition erleichtert das Essen, Trinken und Atmen, während die Hochlagerung der Beine den Kreislauf unterstützen kann. Diese Funktionen tragen nicht nur zum Komfort bei, sondern sind auch für therapeutische Maßnahmen, wie die Dekubitusprophylaxe (Vorbeugung von Wundliegen), von entscheidender Bedeutung.

Sicherheitsaspekte: seitengitter und bremssysteme

Zur Standardausstattung eines Pflegebettes gehören Seitengitter, die den Patienten vor einem Herausfallen aus dem Bett schützen, insbesondere bei motorischer Unruhe oder Desorientierung. Sie lassen sich bei Bedarf einfach absenken, um den Zugang zum Patienten nicht zu behindern. Ebenso wichtig ist ein zuverlässiges Bremssystem. Alle vier Rollen des Bettes sollten einzeln feststellbar sein, um ein ungewolltes Wegrollen des Bettes, beispielsweise beim Aufstehen oder bei pflegerischen Tätigkeiten, sicher zu verhindern.

Welche arten von pflegebetten gibt es?

Je nach individuellem Bedarf und Krankheitsbild gibt es unterschiedliche Typen von Pflegebetten, die jeweils spezifische Vorteile bieten.

Das standard-pflegebett für die häusliche pflege

Das Standard-Pflegebett ist die am weitesten verbreitete Variante für die Versorgung zu Hause. Es verfügt über alle wesentlichen Funktionen wie eine elektrische Höhenverstellbarkeit, eine verstellbare Liegefläche und absenkbare Seitengitter. Dank einer wohnlichen Holzverkleidung fügt es sich optisch gut in das heimische Schlafzimmer ein und vermeidet eine kalte Krankenhausatmosphäre.

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Niederflurbetten zur effektiven sturzprävention

Niederflurbetten, auch als „Low-Entry-Betten“ bekannt, sind eine spezielle Form zur effektiven Sturzprävention. Ihre Liegefläche lässt sich besonders tief absenken, oft bis auf 25 cm über dem Boden. Sollte ein Patient aus dem Bett fallen, ist die Fallhöhe so gering, dass das Verletzungsrisiko drastisch reduziert wird. Dies ist besonders bei Demenzpatienten oder Menschen mit starker nächtlicher Unruhe sinnvoll.

Schwerlastbetten für adipöse patienten

Für Patienten mit einem hohen Körpergewicht sind Schwerlastbetten die richtige Wahl. Während Standardbetten meist für eine Belastung von bis zu 135 kg ausgelegt sind, bieten Schwerlastbetten eine deutlich höhere und sichere Arbeitslast von 200 kg oder mehr. Sie verfügen zudem über eine breitere Liegefläche und eine robustere Konstruktion, um Stabilität und Sicherheit für adipöse Patienten zu gewährleisten.

Die richtige matratze: ein entscheidender faktor

Das beste Pflegebett nützt wenig ohne die passende Matratze. Die Auswahl der Matratze ist entscheidend für den Liegekomfort und die Gesundheit des Patienten. Für bettlägerige Menschen ist eine Anti-Dekubitus-Matratze unerlässlich. Diese Spezialmatratzen dienen der Druckentlastung und beugen dem Wundliegen vor. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, von einfachen Weichlagerungsmatratzen aus Schaumstoff bis hin zu hochentwickelten Wechseldrucksystemen, die den Auflagedruck permanent verändern.

Der weg zum pflegebett: kosten und kostenübernahme

Die Anschaffung eines Pflegebettes ist mit Kosten verbunden, die jedoch oft von der Pflegeversicherung getragen werden.

Anspruch und antrag bei der pflegekasse

Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, besteht in der Regel ein Anspruch auf ein Pflegebett als Hilfsmittel. Der Antrag wird bei der zuständigen Pflegekasse gestellt, wofür eine ärztliche Verordnung notwendig ist. Nach Genehmigung stellt die Kasse meist ein Leihbett zur Verfügung, für das lediglich eine geringe Zuzahlung fällig wird. Die Kosten für Wartung und Reparaturen werden ebenfalls übernommen.

Ein pflegebett privat kaufen oder mieten

Falls die Pflegekasse den Antrag ablehnt oder man spezielle Wünsche an das Design oder die Funktionalität hat, kann man ein Pflegebett privat kaufen. Die Preise variieren stark je nach Modell und Ausstattung. Eine weitere Option ist das Mieten eines Pflegebettes, was sich besonders für einen absehbaren, kürzeren Pflegezeitraum anbietet und eine kostengünstige Alternative zum Kauf darstellt.

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Wichtiges zubehör für mehr sicherheit und komfort

Zusätzlich zum Bett selbst gibt es eine Vielzahl an Zubehör, das den Alltag weiter erleichtern kann. Ein Bettgalgen mit Triangelgriff (Aufrichter) hilft dem Patienten, sich selbstständig im Bett aufzurichten. Ein fahrbarer Nachttisch oder ein Bett-im-Bett-System erleichtert die Nahrungsaufnahme und bietet Ablagefläche. Auch eine gute Bettleuchte und leicht erreichbare Aufbewahrungstaschen am Bett können den Komfort und die Selbstständigkeit des Patienten erheblich steigern.

Häufig gestellte fragen zum kauf von pflegebetten

Was sind die wichtigsten funktionen eines modernen pflegebettes?

Ein modernes Pflegebett verfügt über eine elektrische Höhenverstellbarkeit zur Entlastung Pflegender, eine mehrteilig verstellbare Liegefläche für Komfort und Therapie sowie absenkbare Seitengitter und feststellbare Bremsen zur Sturzprävention und für einen sicheren Stand des Bettes.

Wann ist ein pflegebett wirklich notwendig?

Ein Pflegebett wird notwendig, wenn ein Standardbett den Anforderungen nicht mehr genügt, z.B. bei stark eingeschränkter Mobilität, Bettlägerigkeit oder hohem Sturzrisiko. Es erleichtert die tägliche Pflege, erhöht die Sicherheit und verbessert die Lebensqualität des Pflegebedürftigen.

Übernimmt die pflegekasse die kosten für ein pflegebett?

Ja, bei Vorliegen eines Pflegegrades und einer ärztlichen Verordnung besteht in der Regel Anspruch auf ein Pflegebett als Hilfsmittel. Die Pflegekasse stellt meist ein Leihbett zur Verfügung, für das nur eine geringe Zuzahlung zu leisten ist.

Welche matratze eignet sich am besten für ein pflegebett?

Für bettlägerige Personen ist eine Anti-Dekubitus-Matratze unerlässlich, um dem Wundliegen vorzubeugen. Je nach Bedarf gibt es Weichlagerungsmatratzen aus Schaumstoff oder dynamische Wechseldrucksysteme, die für eine kontinuierliche Druckentlastung sorgen und den Komfort erhöhen.

Welche standardmaße hat ein pflegebett für zu hause?

Die gängigste Größe für ein Pflegebett in der häuslichen Pflege ist eine Liegefläche von 90 x 200 cm. Für adipöse Patienten gibt es breitere Schwerlastbetten, die meist 100 cm oder 120 cm breit sind, um ausreichend Platz und Stabilität zu gewährleisten.

Kann man ein pflegebett auch ohne pflegegrad bekommen?

Ohne anerkannten Pflegegrad werden die Kosten für ein Pflegebett in der Regel nicht von der Pflegekasse übernommen. In diesem Fall kann man ein Bett privat kaufen oder mieten. Eine Miete ist oft sinnvoll, wenn der Pflegebedarf nur für einen begrenzten Zeitraum besteht.

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